Satire / ORF-Watch
Inoffizielle Satire auf den ORF — den Österreichischen Rundfunk. Die Nachrichten, bevor sie durch den Filter gehen.
Leitartikel
ORF-zensiert
„Sehnsucht nach einer Führerpersönlichkeit": Wenn ein Ex-Bundespräsident ein Drittel der Wähler diagnostiziertErst die Absolution („kein Faschist"), dann die Diagnose: zu wenig Demokratie geübt, sehnt sich „nach einer Führerpersönlichkeit". Ein Alt-Bundespräsident befundet ein Drittel der Wähler — beim ÖRR gilt das als Weisheit, nicht als Verachtung. Eine Abgeordnete verkauft Bustickets zur Blockade — gegen eine legale ParteiEine Linken-Bundestagsabgeordnete verkauft in ihren Parteibüros Bustickets, um den AfD-Parteitag zu blockieren — Busse bis aus Österreich. Spiegelverkehrt wäre es der Aufmacher; so heißt es „Zivilcourage". Einzelquellen-Lage, Unschuldsvermutung. „Israel ist immer schuld": Dunja Hayali und das Abkommen, das Israel nie unterschrieben hatIm heute-journal macht Hayali Israel für den Bruch eines Abkommens verantwortlich, an dem es gar nicht beteiligt ist — und lässt weg, wer zuerst schoss. Kein Versprecher, eine Richtung. „Angeblicher Hitlergruß": Wie aus einem beschnittenen Foto eine Gewissheit wirdEin Foto von 2020, eng beschnitten, wird mitten im Wahlkampf zur Gewissheit erklärt — der kniende Mann davor, den die Beteiligten als „Ritterschlag" schildern, ist weggeschnitten. EKO Kajal: Zwei weitere Festnahmen im Nürnberger Missbrauchskomplex — beim ORF kein ThemaAcht Festnahmen am Nürnberger Hbf, zwei weitere Verdächtige (18, 26, laut Polizei pakistanische Staatsbürger). Polizeibekannt — beim ORF nicht zu finden. Es gilt die Unschuldsvermutung. Anklage nach Kneipen-Attacke: SPD-Politiker soll AfD-Stadtrat geschlagen haben — belangt wurde zuerst das OpferJetzt erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung — verurteilt wurde aber zuerst das Opfer, fürs Veröffentlichen des Tatvideos. Einzelquellen-Lage, Unschuldsvermutung.
Inland
Corona-Aufarbeitung als Problem der anderen: Der Sender prüft zuerst die MotiveBevor man erfährt, was untersucht werden soll, erfährt man, wie unangenehm das für die anderen ist: „Spagat", „verdächtiges" Timing, „Inszenierung". Ein Minderheitsrecht wird zum Verdachtsfall. Fünf Volksbegehren, ein Aufmacher: Der Sender weiß, welches Anliegen zähltKeines erreicht die 100.000er-Marke — aber die Reihenfolge im Bericht entscheidet, welches Thema „gewinnt": Gratisverhütung oben, Karfreitag darunter. Zwei Kommastellen für 2027 — und die Hitzewelle von heute ist schon verurteiltDas Wegener Center sagt die Temperatur für 2027 auf zwei Kommastellen voraus — und macht die heutige Hitzewelle gleich zum Beweisstück. 34 Gleichstellungsziele, ein neues Beiblatt — und keine einzige RückfrageErstmals ein eigenes Beiblatt fürs „Gender-Budgeting": 34 Ziele, messbare Kennzahlen — beim ORF keine einzige kritische Frage. Hitzefrei? Gibt's nicht. Die Klimapredigt? Kommt gratis dazuKein Hitzefrei, dafür der Pflichtabsatz „Klimakrise". Das eigentliche Problem ist baulich — und ein genehmigungspflichtiger Ventilator. Die Caritas verteilt kühle Getränke — der ORF hört „Klimakrise"Die Caritas hilft Obdachlosen bei der Hitze mit Wasser, Schatten und Duschen — der ORF macht daraus den nächsten Klima-Aufmacher. Regierung gibt wieder mehr aus — und nennt es SparenDas Digitalbudget verdoppelt sich fast. Der ORF reicht das Wort „Einsparungen" unkommentiert durch. Heiß, heißer, ORF: Die tägliche Klima-AndachtMindestens fünf Hitze-Stücke in einer Woche — und das alte Genre der datierten Apokalypse: kein Schnee mehr, eisfreie Arktis. Beides verstrichen, der Tonfall bleibt.
Ausland
„Erneut gegenseitige Angriffe": Wer zuerst schoss, ordnet der Sender weg„Gegenseitig" macht aus US-Schlag und iranischer Antwort ein urheberloses Patt — die Reihenfolge steht sauber im Text, nur nicht in der Schlagzeile. Und Trump droht, seinen eigenen Deal zu sprengen. Strafen verdoppelt, Behörde gestärkt — der Sender reicht den Staatsdurchgriff durchAustralien verdoppelt die Strafen und gibt der Behörde Zwangsbefugnisse — der Sender reicht den staatlichen Durchgriff auf die Plattformen wohlwollend durch, „Konzern-Tricks" inklusive, kein Gegenwort. „Libanesische Medien": Was die Schlagzeile betont — und was sie nach unten schiebtDer Body nennt „mutmaßliche Terroristen", die abgelehnte Hisbollah und die Sicherheitszone — die Schlagzeile rückt „israelische Angriffe" laut libanesischen Medien nach oben, den erklärenden Rahmen nach unten. Zwölf Millionen Klicks, null Beweise: Wenn ein Video gegen Russlands Armee zeigt, reicht es für eine MeldungEin Instagram-Video eines Veteranen — „legte keine Beweise vor und nannte keine Namen", steht ganz unten. Oben macht der Sender daraus „Aufregung in Moskau". Hormus jetzt „im Einklang mit dem Völkerrecht" iranisch — der Sender reicht das Mikrofon weiterIrans Chefunterhändler erklärt, sein Land werde die Straße von Hormus künftig „verwalten" — der Sender gibt den Satz weitgehend ohne Gegenrede wieder. „Brandmauer" hält: Der Sender erklärt, welche Wahlsieger nicht regieren dürfenEine Partei bei 35–40 Prozent wird im Indikativ zur Gefahr erklärt. Eine Mauer gegen die, die die meisten gewählt haben, ist keine Mauer gegen Extremismus — sondern gegen das Wahlergebnis. Rechtsruck als Naturphänomen: Der Sender erklärt, warum Südamerika schon wieder falsch gewählt hatDie Stichwahl geht 49,66 zu 48,70 aus — hauchdünn. Der Sender macht daraus einen „Rechtsruck", der sich „durch Südamerika zieht", und ein Politologe rätselt, warum „Mehrheiten gegen ihre Interessen" wählen. Sicherheit und Korruption stehen weiter unten. „Erdrückende Beweise": Wenn ein Richter Trump stoppt, wird der Staatsfunk andächtigEin Richter stoppt Ermittlungen gegen den „prominenten Trump-Gegner" Walz — „schikanieren", „erdrückend", kein Gegenwort. „Umstritten" ist immer nur die andere Seite. „Operation Fegefeuer": Richter feuern ist Demokratie — solange nicht Orban es tutUngarns neuer Premier will Verfassungsrichter und Staatspräsident entfernen — beim ORF ein Frühjahrsputz gegen „Marionetten". Bei Orban hieße dasselbe „Angriff auf den Rechtsstaat". „Antifa-Terrorismus" in Anführungszeichen — der Schuss in den Hals nicht450 Jahre Haft, ein angeschossener Beamter — aber „Antifa-Terrorismus" steht vorsichtshalber in Gänsefüßchen, der Verteidiger spricht von „Kindern mit großem Herz". „Israel nahm gezielt Kinder ins Visier" — sagt die SchlagzeileEin bestrittener UNO-Vorwurf wird zur Schlagzeile im Indikativ. „Wirft vor" steht erst im Kleingedruckten, Israels Einwände noch weiter unten. Polen nimmt Selenskyj den Orden ab — der Haltungsfunk sucht den SchuldigenHinter dem „diplomatischen Eklat" steht ein Streit um ein Massaker des Zweiten Weltkriegs — beim ORF steht das weit unten. Österreich erklärt der Weltmacht, sie solle „offener werden" — Peking reicht den TeeDie Außenministerin fliegt nach Peking und sagt China, es müsse „offener werden" — Menschenrechte gibt's als Beilage zur Wirtschaftsdelegation. Wenn aus „Herkunft" plötzlich „institutionelles Versagen" wirdDer ORF erzählt britischen Missbrauch als „institutionelles Versagen" — den aktuellen Strang samt des ausdrücklich auf Herkunft und Religion gerichteten Mandats der nationalen Untersuchung sucht man vergebens.
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