Satire / ORF-Watch
Inoffizielle Satire auf den ORF — den Österreichischen Rundfunk. Die Nachrichten, bevor sie durch den Filter gehen.
Leitartikel
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Zwölf Millionen Klicks, null Beweise: Wenn ein Video gegen Russlands Armee zeigt, reicht es für eine MeldungEin Instagram-Video eines Veteranen — „legte keine Beweise vor und nannte keine Namen", steht ganz unten. Oben macht der Sender daraus „Aufregung in Moskau". Hormus jetzt „im Einklang mit dem Völkerrecht" iranisch — der Sender reicht das Mikrofon weiterIrans Chefunterhändler erklärt, sein Land werde die Straße von Hormus künftig „verwalten" — der Sender gibt den Satz weitgehend ohne Gegenrede wieder. „Brandmauer" hält: Der Sender erklärt, welche Wahlsieger nicht regieren dürfenEine Partei bei 35–40 Prozent wird im Indikativ zur Gefahr erklärt. Eine Mauer gegen die, die die meisten gewählt haben, ist keine Mauer gegen Extremismus — sondern gegen das Wahlergebnis. „Erdrückende Beweise": Wenn ein Richter Trump stoppt, wird der Staatsfunk andächtigEin Richter stoppt Ermittlungen gegen den „prominenten Trump-Gegner" Walz — „schikanieren", „erdrückend", kein Gegenwort. „Umstritten" ist immer nur die andere Seite. „Operation Fegefeuer": Richter feuern ist Demokratie — solange nicht Orban es tutUngarns neuer Premier will Verfassungsrichter und Staatspräsident entfernen — beim ORF ein Frühjahrsputz gegen „Marionetten". Bei Orban hieße dasselbe „Angriff auf den Rechtsstaat". „Antifa-Terrorismus" in Anführungszeichen — der Schuss in den Hals nicht450 Jahre Haft, ein angeschossener Beamter — aber „Antifa-Terrorismus" steht vorsichtshalber in Gänsefüßchen, der Verteidiger spricht von „Kindern mit großem Herz". „Israel nahm gezielt Kinder ins Visier" — sagt die SchlagzeileEin bestrittener UNO-Vorwurf wird zur Schlagzeile im Indikativ. „Wirft vor" steht erst im Kleingedruckten, Israels Einwände noch weiter unten. Polen nimmt Selenskyj den Orden ab — der Haltungsfunk sucht den SchuldigenHinter dem „diplomatischen Eklat" steht ein Streit um ein Massaker des Zweiten Weltkriegs — beim ORF steht das weit unten. Österreich erklärt der Weltmacht, sie solle „offener werden" — Peking reicht den TeeDie Außenministerin fliegt nach Peking und sagt China, es müsse „offener werden" — Menschenrechte gibt's als Beilage zur Wirtschaftsdelegation. Wenn aus „Herkunft" plötzlich „institutionelles Versagen" wirdDer ORF erzählt britischen Missbrauch als „institutionelles Versagen" — den aktuellen Strang samt des ausdrücklich auf Herkunft und Religion gerichteten Mandats der nationalen Untersuchung sucht man vergebens.
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