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Wirtschaft

50.000 Euro für heiße Luft

Bis zu 41 Grad im Klassenzimmer, und die teuer bezahlte Antwort lautet: Fenster auf. Der Volksanwalt hat die Stadt Wien im Visier, und diesmal geht es nicht ums Klima, sondern ums Geld.

Die Stadt Wien gab laut einem Bericht rund 50.000 Euro für eine Studie aus, die Wege gegen die Hitze in Klassenzimmern untersuchen sollte. Das Ergebnis: regelmäßiges Lüften, Beschattung, LED-Licht, Unterricht im Freien. Selbst die zuständige Stelle räumte ein, dass die Empfehlungen kaum neu seien. Der Volksanwalt Christoph Luisser leitete ein Prüfverfahren ein, nannte die Studie „nichtssagend“ und meinte, das Geld wäre in Kühlung oder Ventilatoren sinnvoller angelegt gewesen.

Dazu prüft der Volksanwalt laut dem Bericht den Vorwurf, dass Lehrer über die Temperaturen in ihren Klassen nicht öffentlich sprechen durften. Und ausgerechnet die mitregierenden NEOS fordern nun jene Klimaanlagen, die die eigene Verwaltung jahrelang blockiert habe.

Hitze in Schulen ist ein echtes Problem, und Beratung schadet nicht. Aber 50.000 Euro für die Erkenntnis, dass man Fenster öffnen und beschatten soll, sind kein Klimaschutz, sondern eine teure Selbstverständlichkeit. Die Stadt kaufte sich eine Studie, wo eine Entscheidung fällig gewesen wäre.

Am Ende steht ein Bild, das man sich merken kann: eine Verwaltung, die für den Rat, das Fenster zu öffnen, ein kleines Vermögen ausgibt, den Lehrern aber das Reden über die 41 Grad untersagt. Geld für Gutachten ist da, Geräte zum Kühlen sind es nicht.

Aus der Redaktion Wo öffentliches Geld in Studien fließt, deren Ergebnis schon vorher feststeht, lohnt die Nachfrage, wer davon profitiert und wer die Rechnung zahlt. Ein unabhängiges Medium würde die 50.000 Euro nicht als Fußnote behandeln, sondern als das, was sie sind: eine politische Entscheidung gegen die einfache Lösung.
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