Schwarze Roben, Warnstreik, Menschenkette: Wenn ein Rundfunk um seine Gebühren bangt, versteht der ORF das besonders gut
In Tschechien protestieren die Beschäftigten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegen die Abschaffung der Rundfunkgebühren: Die Regierung von Premier Andrej Babis hat beschlossen, das Fernsehen CT und das Radio CRo künftig direkt aus dem Budget zu finanzieren. Am Montag trugen Moderatorinnen und Moderatoren schwarzes Gewand, die Nachrichten begannen eine Minute später als üblich, es gab einen eintägigen Warnstreik und eine Menschenkette ums Sendezentrum; tags zuvor demonstrierten Tausende.
Die Häuser würden rund 15 Prozent ihrer Einnahmen verlieren und fürchten die Abhängigkeit von der Politik. Auch der liberale Präsident Petr Pavel äußerte sich kritisch, weil das bisherige System gut funktioniere; im Senat hat die Opposition die Mehrheit und kündigte Widerstand an. Eine Finanzierung direkt aus dem Budget fordert übrigens auch die FPÖ, die mit Babis' ANO in der EU-Fraktion „Patrioten für Europa" sitzt. Die Regierung spricht von wirtschaftlicher Notwendigkeit gegen Geldverschwendung und bestreitet, in die Unabhängigkeit eingreifen zu wollen.
Quelle: orf.at/stories/3434045 · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden
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