Polen nimmt Selenskyj den Orden ab — der Haltungsfunk sucht den Schuldigen
Polens Präsident Karol Nawrocki entzieht dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers, die höchste Ehrung des Landes — knapp eine Woche vor einer geplanten Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine im polnischen Danzig. Verliehen hatte die Auszeichnung 2023 noch Nawrockis Vorgänger Andrzej Duda. Die ukrainische Regierung nannte den Schritt einen „strategischen Fehler" und „respektlos".
Auslöser ist ein Streit um die Geschichte: Selenskyj hatte Ende Mai eine Armee-Einheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) benannt. Die UPA war im Zweiten Weltkrieg für Massaker an Polen verantwortlich; zwischen 1943 und 1945 töteten ihre Mitglieder in der Region Wolhynien bis zu 100.000 ethnische Polinnen und Polen.
Nawrocki, der der nationalkonservativen PiS nahesteht, vertritt seit seinem Amtsantritt 2025 eine kritische Position gegenüber der Ukraine. Die Aberkennung sei „nicht gegen die ukrainische Nation gerichtet" und ändere nichts an der polnischen Sicherheitspolitik, betonte er.