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Medien

Der Sender führt eine Bestenliste — und sie trägt seinen Namen

Jeden Monat kürt die „ORF-Bestenliste" zehn empfehlenswerte Buch-Neuerscheinungen; im Juli steht Anna Felnhofer an der Spitze. Die Liste gibt es seit 2003, das Motto lautet „Qualitätsvolle Literatur braucht Öffentlichkeit" — und der zugehörige Beitrag läuft dann als Meldung auf den eigenen Kanälen des Senders.

Das Faire zuerst, denn es ist der größere Teil: Die Jury besteht aus unabhängigen Literaturkritikerinnen, Kritikern und Buchhändlern, nicht aus der Redaktion. Buchtipps sind nützlich, eine kuratierte Liste im Neuerscheinungs-Dschungel ist ein Dienst am Publikum, und niemand nimmt hier einen Preis für sich selbst entgegen. So weit, so unverdächtig.

Bleibt die kleine Pointe, die im Namen steckt. „Öffentlichkeit" braucht gute Literatur — und die liefert der Sender gleich mit, unter eigenem Logo. Der öffentlich-rechtliche Betrieb kuratiert den Geschmack, tauft die Auswahl auf den eigenen Namen und berichtet über das Ergebnis dort, wo er ohnehin sendet. Das ist keine Eigenwerbung wie ein Preis an die eigene Redaktion. Es ist nur der ruhige Umstand, dass die Instanz, die empfiehlt, und die Instanz, die über die Empfehlung berichtet, dasselbe Signet tragen.

Fundstück des Tages Eine gute Buchliste ist eine gute Buchliste. Nur fällt auf, wie oft der freundlichste Adressat einer ORF-Meldung „ORF" heißt — mal als Preis, mal als Bestenliste, immer im eigenen Programm.

Quelle: tv.orf.at/stories/bestenliste120 (ORF Bestenliste, Juli 2026)

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