Satire / ORF-Watch
Inoffizielle Satire auf den ORF — den Österreichischen Rundfunk. Die Nachrichten, bevor sie durch den Filter gehen.
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Line-up ohne Männer: Beim Ausschluss kommt es für den Sender auf die Richtung an

Olivia Rodrigo veranstaltet Ende August im kalifornischen Irvine ein Festival mit, wie der ORF schreibt, „rein weiblicher Besetzung" — 14 Sängerinnen und Bands, von Chappell Roan über Doechii bis Stevie Nicks. Der Erlös geht an Organisationen, die sich für Frauen und Mädchen einsetzen. Der Sender referiert das im Ton der Ankündigung: „Freude, Gemeinschaft und Musik" als „Impulsgeber für bedeutende Veränderungen".

Das Wort, das nicht fällt, ist „Ausschluss". Eine Veranstaltung, die eine Hälfte der Menschheit qua Geschlecht von der Bühne nimmt, wird wohlwollend als Empowerment gerahmt. Man stelle sich die Schlagzeile vor, wäre das Vorzeichen umgekehrt: ein Festival mit „rein männlicher Besetzung", Erlös für Burschen und Männer. Die Tonlage wäre mit Sicherheit eine andere.

Aus der Redaktion Es geht hier nicht um Olivia Rodrigo, die buchen darf, wen sie will. Es geht um den Sender, der denselben Vorgang — Auswahl nach Geschlecht — je nach Richtung als „Diskriminierung" oder als „Empowerment" buchstabiert. Gleichbehandlung hieße: gleiche Maßstäbe in beide Richtungen. Wer Ausschluss nur dann beklatscht, wenn er die genehme Gruppe trifft, betreibt keine Gleichstellung, sondern Buchhaltung mit Vorzeichen.

Quelle: orf.at/stories/3434117 · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden

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