Satire / ORF-Watch
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Ausland

Österreich erklärt der Weltmacht, sie solle „offener werden" — Peking reicht den Tee

Satire-Illustration: Meinl-Reisinger auf einem Schemel mit erhobenem Zeigefinger neben einem turmhohen, amüsierten chinesischen Gegenüber
Symbolbild · eigene KI-Illustration (Satire)

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) ist in Peking von ihrem chinesischen Amtskollegen Wang Yi empfangen worden. Laut Medienberichten will sie die Menschenrechtslage ansprechen — Hauptthema seien aber, so das Ö1-Morgenjournal, die Wirtschaftsbeziehungen. „Vereinfacht gesagt: China muss offener werden, damit wir auch offen bleiben können. Das ist gerade auch für Österreich sehr wichtig", sagte die Ministerin.

Begleitet wird sie von einer Wirtschaftsdelegation; auf der Reise besuchte sie auch österreichische Unternehmen. Österreich und China feiern heuer 55 Jahre diplomatische und 60 Jahre offizielle Wirtschaftsbeziehungen; beim Botschaftsempfang nahm auch Vizeaußenministerin Hua Chunying teil, wo Meinl-Reisinger „die Bedeutung von politischem Dialog" betonte. Hintergrund: Die Beziehungen zwischen EU und China gelten als angespannt — Brüssel wirft Peking unfaire Handelspraktiken und subventionierte Überkapazitäten etwa bei E-Autos und Photovoltaik vor; die EU-Kommission will Einfuhren beschränken, doch Länder wie Spanien und Deutschland bremsen.

Aus der Redaktion Man stelle sich die Szene vor: Ein Land mit neun Millionen Einwohnern schickt seine Außenministerin nach Peking, um der zweiten Supermacht der Welt auszurichten, sie möge „offener werden". China muss offener werden, damit wir offen bleiben — als hinge die Weltordnung an der Anschlussfähigkeit Österreichs. Die Menschenrechte „spricht man an", irgendwann, neben der Wirtschaftsdelegation, die den eigentlichen Anlass der Reise bildet; gefeiert werden 55 Jahre Händeschütteln. Worüber tatsächlich entschieden wird, entscheiden ohnehin Berlin und Madrid. Der ORF filmt die Geste und nennt sie Außenpolitik. Wang Yi lächelt, reicht den Tee und merkt sich: nichts.

Quelle: orf.at/stories/3434347 · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden

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