Rechtsruck als Naturphänomen: Der Sender erklärt, warum Südamerika schon wieder falsch gewählt hat
In Kolumbien hat der Rechtsaußen-Kandidat Abelardo de la Espriella die Stichwahl gewonnen — mit 49,66 zu 48,70 Prozent, also hauchdünn, weniger als ein Prozentpunkt Abstand. Der ORF ordnet das in einen „Rechtsruck" ein, der sich „durch Südamerika zieht": nach Argentinien, Chile, Bolivien, Peru und Ecuador nun auch Kolumbien.
Bemerkenswert ist die Tonlage. Als Deuter holt der Sender einen Politologen der Uni Wien, der die „spannende Frage" stellt, warum „Mehrheiten gegen ihre Interessen" so wählen — der Wähler also als Getäuschter, der sein eigenes Wohl nicht erkennt. Verliert die Linke, liegt es an „Erschöpfung", an „Hyperinflation" oder an der „Egozentrik" eines Evo Morales; gewinnt sie wie in Mexiko, „macht sie Politik für Mehrheiten". Als weitere Kronzeugen treten die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung und eine „Le Monde diplomatique"-Sonderausgabe auf.
Dass Sicherheit, grassierende Gewalt und Korruption — „egal ob von links oder rechts", wie der Text selbst zitiert — die Wahl entschieden haben, steht auch da, weiter unten. Oben steht der „Rechtsruck", der sich „zieht" wie eine Schlechtwetterfront.
Quelle: orf.at/stories/3434049 · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden
← Zurück zur Startseite