Fünf Hitzeartikel und ein Studiogespräch: Der Sender warnt vor der Angst, die er gerade verbreitet
Es ist heiß, also sendet der Staatsfunk Hitze — im Akkord. Allein heute stehen auf orf.at mindestens fünf Hitze- und Klimastücke nebeneinander: ein Ratgeber „Worauf bei extremer Hitze zu achten ist", „Tierschützer fordern Fahrverbot für Fiaker", „41,3 Grad: Neuer Hitzehöchstwert in Deutschland", „Wiens ‚Coole Zonen' am Wochenende großteils geschlossen" und „Folgen von Dürre größer als angenommen". Dazu, gut sichtbar bebildert, ein Studiogespräch unter dem Titel „Reich zu Hitze: ‚Werden uns umgewöhnen müssen'".
Das Pikante steht im Ratgeber des Senders selbst. Dort heißt es, Hitze sei ein „unterschätztes psychisches Gesundheitsrisiko"; Studien zeigten „eine deutliche Zunahme von Ängsten und Depressionen". Ein Sender, der an einem einzigen Tag fünfmal die Hitze zum Aufmacher macht und ein Studiogespräch über das nötige „Umgewöhnen" dazustellt, warnt also vor genau dem Gefühl, das er mit dieser Taktung selbst nährt.
Dass es heiß ist, bestreitet niemand: Für das Wochenende sagt die ORF-Wetterredaktion mancherorts bis zu 40 Grad voraus, die Nächte sollen nicht unter 20 Grad fallen; für den Sommer 2024 nennt die Gesundheitskasse rund 1.100 hitzebedingte Todesfälle. Das ist real und ernst. Nur empfiehlt derselbe Ratgeber dann mobile Klimageräte („zunehmend beliebter"), Alufolie auf der Fensterscheibe und den Ventilator — energiehungrige Notlösungen, im selben Atemzug mit dem Schluss-Mahnwort vom „menschengemachten Klimawandel". Und Wiens „Coole Zonen" haben laut Schlagzeile ausgerechnet am heißesten Wochenende großteils zu.
Quellen: orf.at/stories/3434368 (Hitze-Ratgeber) · weitere Hitze- und Klima-Schlagzeilen: orf.at, 27. 6. 2026 · Studiogespräch „Reich zu Hitze" (ORF) · 1.100 Todesfälle: ÖGK, Sommer 2024 (laut ORF) · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden
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