Satire / ORF-Watch
Inoffizielle Satire auf den ORF — den Österreichischen Rundfunk. Die Nachrichten, bevor sie durch den Filter gehen.
Ausland

Hormus jetzt „im Einklang mit dem Völkerrecht" iranisch — der Sender reicht das Mikrofon weiter

Nach Gesprächen mit US-Vertretern in der Schweiz erklärt Irans Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA, sein Land werde die Straße von Hormus künftig „verwalten" — und zwar „im Einklang mit dem Völkerrecht von der Islamischen Republik Iran". Der ORF gibt den Satz wieder, weitgehend ohne Gegenrede.

Den Rahmen liefert ein Deal: USA und Iran einigten sich auf einen „Fahrplan für ein Friedensabkommen", vermittelt von Katar und Pakistan, die US-Delegation geführt von Vizepräsident Vance. Begleitend hoben die USA ihre Ölsanktionen vorläufig bis 21. August auf. Dass eine Konfliktpartei erklärt, eine internationale Wasserstraße fortan einseitig „verwalten" zu wollen — und das ausgerechnet als völkerrechtskonform —, bleibt im Bericht unwidersprochen stehen.

Aus der Redaktion Eine Nachrichtenredaktion darf Erklärungen wiedergeben. Aber wenn die Ankündigung einer Konfliktpartei, sie werde eine fremde Meerenge fortan „im Einklang mit dem Völkerrecht" selbst verwalten, ohne Einordnung durchgereicht wird, ist das keine Distanz, sondern Stenografie. „Verwalten" ist hier das freundliche Wort. Es gehörte zumindest in Anführungszeichen — so großzügig, wie der Sender sie anderswo setzt.

Quellen: orf.at/stories/3434115 · orf.at/stories/3434090 (Ölsanktionen) · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden

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