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Medien

Der Sender gratuliert sich selbst

Der Robert-Hochner-Preis für hervorragende Berichterstattung in Radio und Fernsehen geht heuer an die ORF-Journalistin Constanze Ertl (dotiert mit 7.500 Euro). Den Kurt-Vorhofer-Preis für politische Berichterstattung in Printmedien erhielt „Falter“-Chefreporterin Nina Horaczek; Bundespräsident Van der Bellen überreichte die Auszeichnungen.

Gegen den Preis ist nichts zu sagen, gegen die Preisträgerin nichts einzuwenden. Bemerkenswert ist nur, wer die Meldung schreibt: der ORF — über eine Auszeichnung für den ORF. Aus einer Personalie im eigenen Haus wird eine Nachricht im eigenen Programm.

Bei jedem anderen Unternehmen, das die Ehrung eines eigenen Mitarbeiters zur Meldung erhebt, fiele das Wort Eigenwerbung. Beim zwangsfinanzierten Sender heißt es Kulturberichterstattung. Der freundlichste Adressat der ORF-Nachrichten bleibt zuverlässig der ORF.

Man stelle sich die Gegenprobe vor: derselbe Sender, der einen Preis für den Journalisten eines Mitbewerbers ähnlich prominent meldet. Vorstellbar — aber selten in derselben Tonlage.

Aus der Redaktion Herzlichen Glückwunsch, ganz ohne Ironie. Die Ironie liegt nicht beim Preis, sondern beim Absender der Meldung.

Quelle: orf.at/stories/3434870 (Hochner-Preis für ORF-Journalistin Ertl, news.ORF.at, 1. 7. 2026)

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