Hitze-Juni? Nur Platz vier
Vierzehn Tage Hitze, Rekordschlagzeilen, Sondersendungen. Und dann war der Juni 2026 nur der viertwärmste der Messgeschichte.
Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria bilanziert: In der zweiten Monatshälfte habe Österreich „eine der extremsten Hitzewellen in der Messgeschichte des Landes“ erlebt. Die erste Hälfte lag aber nahe am Klimamittel, zwischen dem 10. und 12. Juni sogar deutlich darunter. Dadurch wurde der Monat „trotz der extrem hohen Temperaturen nicht zum wärmsten Juni der Messgeschichte Österreichs“, sondern nur zum viertwärmsten. Die Spanne war weit: 40,1 Grad im Flachland zum Monatsende, minus 10,1 Grad am 11. Juni auf dem Brunnenkogel in 3.437 Metern.
Während die Hitzewelle lief, hatte der Staatsfunk die Klima-Sondersendung schon geschnitten. Der Satz, dass es am Ende nur der viertwärmste Juni war und der Monatsbeginn teils unter dem Mittel lag, kommt danach, im Wissenschaftsressort. Die Hitze war real, die Trockenheit ist es auch. Was die Monatsbilanz nicht überlebt, ist die Gewissheitsdramaturgie, die aus jedem Extrem den Rekord aller Zeiten macht.