Satire / ORF-Watch
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Inland

34 Gleichstellungsziele, ein neues Beiblatt — und keine einzige Rückfrage

Satire-Illustration: Beamter zählt mit Taschenrechner ♂/♀-Figürchen, Ordner „Gender-Budgeting
Symbolbild · eigene KI-Illustration (Satire)

Im Doppelbudget 2027/28 gibt es erstmals eine eigene Beilage zu „Gender-Budgeting", in der ressortübergreifend alle Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern gebündelt sind. Damit werde „ein wichtiger Schritt für mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Budgetprozess" gesetzt, hieß es aus Finanz- und Frauenministerium. Das Ziel ist seit 2009 in der Verfassung verankert.

Die Beilage ordnet die Maßnahmen entlang sieben Themenbereichen — Arbeitsmarkt, Bildung, Vereinbarkeit, Gewaltschutz — und nennt 34 Gleichstellungsziele mit messbaren Kennzahlen; sie soll als Datenbasis für künftige Budgetentscheidungen dienen. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sprach von einem „wichtigen Schritt hin zu einem Haushalt, der Gleichstellung konsequent mitdenkt", Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erwartet „erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile".

Aus der Redaktion Die Verwaltung hat ein Dokument über sich selbst produziert: ein Beiblatt, sieben Themenfelder, 34 Ziele, „messbare Kennzahlen". Gezählt wird also vorbildlich. Ob je ein Ziel an seiner Kennzahl gemessen — geschweige denn erreicht — wird, steht auf einem Blatt, das niemand schreibt. Eine Aussendung zweier Ministerien wird so zum „wichtigen Schritt", und der Staatsfunk tippt sie ab wie ein Sekretariat: kein Wort dazu, was das Papier kostet, wer es verfasst, was sich dadurch ändert. Gleichstellung als Buchhaltungsposten — verbucht, abgelegt, erledigt. Bis zum nächsten Beiblatt.

Quelle: orf.at/stories/3434375 · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden

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