Zehn Jahre Brexit: Der zwangsfinanzierte Reue-Funk zählt die Tage bis zum Wiedereintritt
Zehn Jahre nach dem Referendum zieht der ORF eine „durchwachsene Bilanz" — und führt gleich mit der Zahl, auf die es ankommt: 57 Prozent der Briten würden heute für den Verbleib in der EU stimmen. Es folgt, was zur Reue-Erzählung gehört: Wirtschaftseinbußen von sechs bis acht Prozent laut einer Stanford-Studie, Handelsbarrieren, Bürokratie, ein Einbruch bei EU-Arbeitskräften.
Die Gewährsleute sind durchweg EU-freundlich: Bertelsmann Stiftung, das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche, der britische Thinktank NIESR, die Stanford University. Eine Stimme, die dem Brexit auch nur einen Vorteil abgewinnt, kommt nicht vor. Und kein Wort davon, wie die Eurozone im selben Jahrzehnt dasteht — schwaches Wachstum, Energiepreise, Industriesorgen. Der Maßstab ist allein die Reue der Briten, nie der Zustand des Klubs, in den sie laut Bericht zurücksollten.
Auch die Vorgeschichte gerät einsinnig: Camerons „Verkalkulation", Farages Aufstieg, die „Spaltung der Gesellschaft". Dass dasselbe Referendum schlicht eine Mehrheitsentscheidung war, die man auch respektieren könnte, kommt als Lesart nicht vor — „Ernüchterung" schon im Vorspann.
Quelle: orf.at/stories/3434047 · Satire/Parodie · nicht mit dem ORF verbunden
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