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Klima

Erst exzellent, dann belastet

Mitte Juni meldete der ÖRR ein „gutes Zeugnis“ für Österreichs Badegewässer: 96,5 Prozent ausgezeichnet. Zwei Wochen später sind dieselben Gewässer „doch nicht so unbedenklich“. Beides stimmt, und genau das ist der Punkt.

Grundlage der ersten Meldung war der Bericht der Europäischen Umweltagentur, der nur zwei Fäkalbakterien misst, so schreibt es die EU-Badegewässerrichtlinie vor. Die zweite Meldung stützt sich auf eine Recherche, die zusätzlich chemische Schadstoffe wie PFAS berücksichtigt, und kommt zum Ergebnis, dass EU-weit tausende als sauber geltende Badestellen an belasteten Gewässern liegen, in Österreich rechnerisch alle erfassten. Die Recherche selbst schränkt ein: „Eine chemische Belastung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig ein Gesundheitsrisiko.“ Die Dosis macht das Gift.

Die Kritik an den lückenhaften EU-Messungen ist berechtigt, PFAS sind real und reichern sich im Körper an. Interessant ist die Regie: Dieselbe offizielle EU-Bewertung, der man sonst vertraut, taugt hier plötzlich wenig, sobald eine Nichtregierungsorganisation die schärfere Zahl liefert, und der Klimawandel wird als Verstärker gleich mitgeliefert. Bei anderen Themen läuft die Gewissheit genau andersherum.

Aus der Redaktion Uns geht es nicht darum, Schadstoffe kleinzureden, die Datenlücke bei Chemie und Blaualgen ist ein echtes Thema. Uns interessiert das Muster: Ob der ÖRR Entwarnung oder Alarm sendet, hängt weniger an der Studienlage als daran, was gerade ins Bild passt. Vorige Woche exzellent, diese Woche belastet, beides mit derselben Überzeugung vorgetragen.
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